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Urnen für Zuhause oder Urne im Garten?

Urnen für Zuhause?

Dieser Artikel befasst sich mit dem Thema ob Urnen mit nach Hause genommen werden und wenn ja wo und unter welchen Umständen.

Darf ich eine Urne mit nach Hause nehmen?

Die Frage ob man eine Urne mit nach Hause nehmen kann wird häufig an uns herangetragen und ist auch im weiteren Bestattungswesen ein heiß diskutiertes Thema.  Doch in Deutschland ist es Angehörigen bisher noch nicht gestattet, die Urne der Verstorbenen in den eigenen vier Wänden aufzubewahren. Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage sprechen sich 65% der Befragten gegen den Friedhofszwang oder das jetzige Bestattungsgesetz aus. Auf Nachfrage nennen die meisten Befragten als Argument, dass besagte Gesetz sei veraltet.

Beim deutschen Bestattungsgesetz heißt es, dass der Leichnam oder die Asche von Menschen nur in dafür vorgesehenen Arealen beigesetzt werden darf. Sprich auf dem Friedhof oder in einem Bestattungswald. Während aus hygienischen Gründen diese Gesetzgebung für den Leichnam sinnvoll ist, sind die Gründe bei der Verbringung der sterilen Asche weniger nachvollziehbar. Es sind also keine zwingenden Gründe die gegen die Urne Zuhause sprechen. 
Daher ist es nicht verwunderlich das immer mehr deutsche die aktuelle Gesetzgebung für veraltet halten.

Urne Zuhause oder Urne im Garten?

Andere Länder, wie zum Beispiel die Schweiz, sind da schon einen Schritt weiter. Sie haben den sogenannten Friedhofszwang für die Urne nicht, welcher bei uns immer noch stark zur Bestattungskultur gehört. Im Ausland haben die Angehörigen dank lockerer Bestattungsgesetze mehr Möglichkeiten eine Wahl bei der Bestattung zu treffen. Eine Urne für Zuhause ist also möglich und man kann sogar die Urne im Garten bestatten. Aber diese Flexibilität ist in Deutschland nicht möglich.
Daher wächst in Deutschland die Nachfrage nach alternativen Bestattungsmethoden wie zum Beispiel die Baumbestattung oder die Seebestattung stetig. Angehörige suchen nach Alternativen zum Friedhof. Für viele passt, zumindest gefühlt, der Friedhof nicht mehr zur persönlichen Trauerverarbeitung.

Bremen geht neue Wege – die Urne für Zuhause

Die Ausnahme: Bremen. Das kleinste Bundesland hat im Jahr 2015 die Bestattungsgesetze gelockert. Demnach soll der Friedhofszwang zwar beibehalten werden aber ein-bis zwei Jahre Standzeit der Urne für zu Hause wird gestattet. Danach geht es mit der Asche auf einen Friedhof oder es besteht die Möglichkeit, auf einem ausgewiesenen Aschefeld die Asche des Verstorbenen zu verstreuen. Voraussetzung ist, dass der Verstorbene vor seinem Tod dieser Option zugestimmt hat. Der Gesetzgeber möchte damit Missbrauch, aus reinen Kostengründen, vorbeugen.
Natürlich gibt es auch Gründe, welche gegen diese Regelung sprechen. Wer soll den Verbleib der Urne kontrollieren? oder sicherstellen das die Asche nicht ausgetauscht worden ist? Was passiert, wenn es Familien Streitigkeiten gibt? Wer darf die Asche behalten?

Feuerbestattung als Vorrausetzung

Die Aufbewahrung der Urnen Zuhause setzt eine Einäscherung voraus. Nach dem die Einäscherung in einem Krematorium erfolgt ist, wird die Asche in eine Aschekapsel abgefüllt. Diese Aschekapsel wird vom Krematorium in Deutschland nur an einen Bestatter übergeben. Dieser ist dann dafür verantwortlich das die Urne gesetzestreu verbracht wird. Eine direkte Weitergabe an die Angehörigen ist daher nicht möglich.

HOCH